Wenn der Asylantrag abgelehnt wird …

Viele dieser Begriffe gehen uns mittlerweile leicht über die Lippen: Asylantrag, BAMF, Duldung, Gestattung, Ablehnung, Abschiebung. Und wenn man nicht wirklich nahe dran ist, an den Menschen, die es in letzter Konsequenz betrifft, dann kann man die Tragweite, die diese Begriffe haben, nicht im Ansatz nachvollziehen.

Zum Umdenken gezwungen

Wer schon einmal live miterlebt hat, wie ein Flüchtling eine eindeutige Ablehnung seines Asylantrags aus dem Umschlag gezogen hat, ändert sein Denken. Schlagartig.

Aus der theoretischen Möglichkeit, dass es den Menschen, der gerade vor einem steht, treffen könnte, wird plötzlich eine Tatsache. Gerade noch hat man sich bei ihm ganz naiv danach erkundigt, wie’s denn heute so im Deutschunterricht war. Schön, danke, alles gut. Was er denn heute noch so machen wird … Small talk … wie man sich eben mit seinen Nachbarn so unterhält.

Und dann der Satz “Ich habe heute meine Ablehnung bekommen.”

Ein Satz mit Schockwirkung. Es wird einem heiß und kalt – sowohl dem Asylbewerber als auch einem selbst, der man ja gar nicht direkt betroffen ist. Doch jetzt heißt es: beruhigen, cool bleiben, nicht panisch werden. Aber wie schwer ist das in dieser speziellen Situation! Doch es ist diese Anteilnahme, die uns handeln lässt. Und handeln bedeutet, den Kopf wieder einzuschalten und die nächsten Schritte zu planen.

Umgang mit Bescheiden

Der Flüchtlingsrat Thüringen hat eine gut verständliche Broschüre zum Umgang mit Ablehnungen veröffentlicht – speziell für Syrien und Afghanistan. Auch wenn man berücksichtigen muss, dass die in der Broschüre beschriebene Entscheidungs-Situation der Gerichte in Thüringen nicht zu 100 Prozent auf Wiesbaden übertragen werden kann, so gibt sie einen guten Überblick und ist für den Laien einfach zu lesen. Wer also in die oben geschilderte Situation gerät, kann mit einer solchen Arbeitshilfe “Erste Hilfe” leisten. Wobei immer klar sein muss: Wir leisten zu keinem Zeitpunkt Beratung/Rechtsberatung, sondern informieren lediglich, an wen Asylbewerber sich für professionelle Hilfe wenden können.

Weitere Informationen zu den Themen Anerkennung und Ablehnung finden sich unter FAKTEN/MATERIALIEN.

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